Wie kaufe ich ein Motorrad in Vietnam?

Du fragst dich wie du ein Motorrad in Vietnam kaufen kannst? Kein Problem, das ist ganz einfach und ich erkläre dir gerne wie es geht.
Motorrad in angkor Wat

Viele Backpacker haben in Vietnam ein Motorrad gekauft und beschreiben es in der Regel als die beste Erfahrung ihres Lebens. Zu Recht! Du fragst dich wie auch du das machen kannst? Nichts einfacher als das.

  1. Mieten oder kaufen?
  2. Papiere
  3. Marken und Modelle
  4. Wie kaufe ich ein Motorrad in Vietnam?
    1. Norden oder Süden?
    2. Händler oder Backpacker?
  5. Modifikationen
  6. Ersatzteile und Werkstätten
  7. Bordercrossing

Mieten oder kaufen?

Wahrscheinlich hast du dich bereits damit auseinandergesetzt ob du das Motorrad mieten oder kaufen willst. Hierbei spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Wie groß ist dein Budget? Was willst du fahren? Wie viel Zeit hast du?
In den allermeisten Fällen ist es ab einer Reisezeit von 4 Wochen günstiger ein Fahrzeug zu kaufen und gerade in Vietnam ist das besonders einfach und günstig. Der Verkauf von Motorrädern an Backpacker ist in Vietnam ein lukratives Geschäft und Angebot und Nachfrage sind groß. In der Regel bekommst du eine Maschine für 300 bis 350 USD bei einem Händler.
Viele bieten auch eine Rückkaufgarantie. Ab einer Reisezeit von 3 Wochen würde ich dir also den Kauf einer Maschine nahelegen.

Papiere

Papierkram, das leidige Thema.
Keine Sorge, gerade in Vietnam ist es wie eingehend erwähnt so einfach wie sonst nirgends. Alles, was du hier brauchst, ist die Bluecard.

Diese kleine unscheinbare Karte weist dichals Besitzer des Mopeds aus. In der Regel ist hier einfach noch der Name des Vor- oder Erstbesitzers eingetragen. Anders als in anderen Staaten musst du dir hier keine Sorgen machen. Einfach das Kärtchen mitführen und mehr braucht es nicht. Du musst keine Anwalt aufsuchen, nichts umtragen lassen.

Und was ist mit meinem Führerschein? Versicherungsnachweis?

Führerschein und andere Papiere werden erst bei Bordercrossings, also Grenzüberquerungen interessant. Na ja so mäßig zumindest, aber dazu später mehr. Erstmal sind wir ja nur in Vietnam.
Good News! Dein Führerschein ist in Vietnam überhaupt nichts wert! Egal ob nur europäisch oder extra der internationale Vietnam ist nicht Teil des internationalen Abkommens und akzeptiert grundsätzlich nur eine in Vietnam erworbene Fahrlizenz. Aber keine Sorge, niemand interessiert sich dafür. Auch die vietnamesischen Behörden wissen um die Bedeutung des Geschäfts mit den Mopeds und den Backpackern und genau deshalb müsst ihr euch auch diesbezüglich absolut keine Sorgen machen.

Marken und Modelle

Glauben wir den Hökern, gibt es in Vietnam eigentlich nur ein Modell. Die Honda Wing.
Tatsächlich handelt es sich in der Regel um chinesische Nachbauten des Klassikers und es ist müßig sich allzu viele Gedanken darum zu machen. Das einzige Worauf ich an deiner Stelle achten würde ist die Größe des Motors. In der Regel fahren hier 109, 120 und 150 ccm.

Wie kaufe ich ein Motorrad in Vietnam?

In Vietnam gibt es viele Händler die sich auf den Verkauf gebrauchter Motorräder an Backpacker spezialisiert haben. Gleichzeitig gibt es sehr viele Backpacker die ihr Motorrad wieder loswerden wollen. Die Möglichkeiten sind also mannigfaltig.
In der Regel nehmen die Händler etwas mehr Geld als die Backpacker, was aber in Vietnam immer noch nicht viel ist. Ich habe mein Motorrad damals bei einem Händler in Hanoi für 300USD gekauft, hatte damit aber auch einen besonders guten Deal gemacht.

Eigentlich wäre meine Maschine beim gleichen Händler etwas teurer gewesen. Aber er hatte mir zuerst ein Moped mit kaputtem Getriebe andrehen wollen. Als ich nach meinen 24Stunden Probezeit das Motorrad zurückbrachte und genau das sagte, meinte er das könne nicht sein. Er würde alle Maschinen überprüfen und er nahm mich auf dem Sozius auf eine Probefahrt mit. Peinlicherweise hatte er diese Maschine nicht überprüft und musste das nun eingestehen.
Am selben Abend trafen wir uns durch Zufall in einer Kneipe und hatten eine sehr witzige Nacht mit jeder Menge alten Bikerkamellen. In der Nacht hatte ich mir einen guten Preis ausgehandelt. Na ja aber das nur nebenbei, zur Sache. Beschäftigen wir uns damit, wo du nun dein Motorrad kaufen solltest.

Norden oder Süden?

„Norden oder Süden?“ Ich wette, das hast du gerade nicht erwartet. Tatsächlich aber ist das gerade in Vietnam eine sehr interessante Frage und oftmals die Frage die sich zuerst stellt. Ob Saigon oder Hanoi, du wirst in beiden Städten viele Händler und Backpacker treffen.

Ich empfehle immer im Norden zu starten. Das hat folgende Gründe:

  • Hanoi ist kleiner und entspannter als Saigon.
    • Als Fahranfänger hast du es hier leichter.
    • Der Einstieg in die vietnamesische Kultur ist einfacher.
    • Die Zeit der Suche gestaltet sich angenehmer.
  • Der Norden ist kühler, hier gibt es vier Jahreszeiten, während es im Süden nur noch Regen- und Trockenzeit gibt.
    • Du fährst also vom kühleren Norden in den sonnigeren Süden. Geil! Andersherum, wäre da doch unangenehmer.
    • Vom Norden über den Hai-Van-Pass in den Süden zu gelangen, ist einfach unglaublich.
  • Solltest du dich entscheiden Vietnam zumindest für eine Weile verlassen zu wollen, hast du die Wahl zwischen Kambodscha und Laos.
    • Kambodscha bietet sich an, um einen Loop zu machen und dann über Vietnam nach Südlaos zu fahren.

Beim Händler oder von einem anderen Backpacker kaufen?

Händler nehmen meist etwas mehr Geld als andere Backpacker. Dafür bieten sie oft auch eine Rückkaufgarantie an. In einigen Fällen kannst du dein Motorrad in Hanoi kaufen und in Saigon an den gleichen Händler wieder verkaufen. Vice versa funktioniert das natürlich auch.

Allerdings musst du damit rechnen, dass du bei einem Händler auch deutlich weniger Geld am Ende bekommst. Klar, sonst würde sich das für diesen ja auch überhaupt nicht lohnen.

In beiden Fällen musst du dir das Moped genauer Ansehen, denn es gibt keine Garantie für den technischen Zustand. Einige Händler gewähren dir aber auch eine Probezeit von 24 Stunden und mehr.

Ich würde dir also empfehlen in beide Richtungen zu schauen und keine kategorisch auszuschließen. Solltest du zum Händler gehen, ist es ein erheblicher Vorteil mit mehreren Interessierten zu kommen. Das gibt euch einen erheblichen Vorteil bei der Preisverhandlung.

Wie finde ich gebrauchte Motorräder?

Nichts einfacher als das. Gerade in Saigon und Hanoi gibt es ein breites Angebot. Händler findest du leicht über Google. So leicht, dass ich sogar davon absehe hier Händler zu listen.

Gebrauchte Mopeds von anderen Reisenden, findest du wiederum leicht über entsprechende Aushänge in gut frequentierten Hostels und natürlich über Gruppen bei Facebook und Co.

Hier findest du auch Gleichgesinnte, hast vll. deine erste Reisecrew oder zumindest ein paar Leute, die dir helfen können einen guten preis auszuhandeln.

Ersatzteile und Werkstätten

Noch nirgends habe ich eine solche Hülle und Fülle von Werkstätten gesehen wie in Vietnam. Gefühlt besteht das Land zu 85% aus Karaokebars, Cafes und Mopedwerkstätten.

Die Ersatzteile sind in der Regel für alle angebotenen Mopeds gleich oder zumindest überall zu bekommen und die Preise gering. Ich hatte dreimal einen Platten, hatte Montiereisen und eine Luftpumpe dabei, habe diese aber niemals gebraucht.
Also absolut kein Grund zur Sorge.

Modifikationen

Hier wird es schon ein bisschen komplizierter, aber eben auch nur ein bisschen. Eine Pflicht zur Eintragung von Umbauten und ähnlichem gibt es nicht.
Gut so denn ein paar Modifikationen können durchaus Sinn ergeben.
Ich hatte damals:

  • Eine HochleistungsLED als Frontscheinwerfer
  • Ein USB-Ladegerät
  • Ein extra angefertigten einklappbaren Gepäckträger für zwei große Rucksäcke

Die LED hatte ich mir in einen darauf spezialisierten Geschäft in irgendeiner Kleinstadt gekauft. Diese kostete ungefähr 24 Euro und hat mir so manche Nacht den Arsch gerettet.

Ein USB-Ladegerät bekommst du in den meisten kleinen Baumärkten. Der Einbau ist einfach und das kannst du locker selbst.

Den Gepäckträger brauchte ich, als mein bester Freund zu Besuch kam und ich ihn zwei Monate auf meinem Motorrad mitnahm. Ich brauchte also einen Gepäckträger der Platz für zwei große Rucksäcke bot. Gleichzeitig wollte ich aber nicht immer zu beiden Seiten etwas überstehen haben. Um so etwas zu finden habe ich einfach mehrere Werkstätten abgeklappert. Nach einem halben Tag hatte ich die richtige gefunden und sie bauten mir für knapp 30 Euro genau den Gepäckträger, den ich brauchte.

Bordercrossings

Zu meiner Zeit war der Grenzübergang sehr einfach. Lediglich die Grenze zwischen Laos und Kambodscha galt als problematisch und viele Backpacker haben dort ihr Motorrad verloren. Daher bin ich damals von Vietnam nach Kambodscha eingereist, zum Tet-fest zurück nach Vietnam und dann von dort aus nach Laos.
Papiere für mein Motorrad hatte ich nicht. Ich parkte stets abseits und ging zu Fuß um mein Visum bzw. den Stempel zu holen.

David hat mir erzählt es sei immer noch einfach, aber er hätte auf dem Weg nach Laos sein Motorrad registrieren müssen. Dazu ist er direkt an der Grenze zum Büro für Fahrzeugzulassungen gegangen. Er hat lediglich seinen Pass und die Bluecard benötigt. Der Vorgang dauerte 30 Minuten und kostete 1 mio. Dong. Dafür konnte er legal 30 Tage mit dem Motorrad in Laos bleiben.

Die Einfuhrerlaubnis für Laos.

Informiere dich aber am besten immer aktuell zu den Grenzübergängen. Visaregelungen und Einfuhrbestimmungen können sich schnell ändern. Foren wie horizonsunlimited.com können hier sehr hilfreich sein.

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