Tauchen, Toiletten und Entscheidungen – Mein Weg nach Balige

Durch eine seltsame Verkettung von Zufällen bin ich in Balige gelandet und habe dort schlussendlich vier Monate gelebt. Die Geschichte einer ungewöhnlihen Liebe.
Balige

Ursprünglich hatte ich geplant eine Ausbildung, als Divemaster in Thailand zu absolvieren und dann von dort aus nach Australien zu fliegen. So weit der Plan, doch es sollte anders kommen.

Pläne und Realitäten

Die Tauchschule in Thailand war nichts und ich musste mir schnell ein neues Ziel suchen. Die Absprache via E-Mail hatte leider nur wenig Schnittmenge mit der Realität. Der Chef der Schule galt allgemein als äußerst unfreundlich und die bereits am Training teilnehmenden Menschen waren alles andere als begeistert.
Aber wo sollte ich hin, was sollte ich tun?

Natürlich da war ja noch Australien. Ein Ziel, das ich mir ohnehin gesetzt hatte. Aber die Lebenskosten in Australien würden mich schon sehr bald zur Aufnahme einer Arbeit zwingen und das Interesse an dem Land selbst war eher mäßig.
Nicht gerade verlockend, wenn mensch gerade mit einer gehörigen Portion Liebeskummer und einem Nah-Burnout-Erlebnis gestartet ist.

Whiskey und Zigaretten

Nun gut der Plan war gescheitert und ich war verwirrt. Was sollte ich nun tun? Meine eigentliche Leidenschaft galt ja Zentralamerika, aber das war nun weiter weg als sonst. Eine weitere Fernreise um die halbe Welt schien mir dekadent und ökologisch fragwürdig.
Allmählich verstärkte sich der Verdacht, dass mir Lateinamerika zwar heil-versprechend erschien, das Problem aber auch in mir liegen könnte.

Wer mit einem Motorrad vollkommen allein in die entlegensten Orte fährt, muss sich immer sicher sein jede Situation regeln zu können. Muss absolutes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Entscheidungen und andere Menschen haben.

Genau das fehlte mir. Dass mein Plan nicht wie erwartet funktionierte – ich mich so unwohl fühlte – das warf mich völlig aus Bahn. Ich musste wieder in die Spur kommen. Meine innere Balance wiederfinden.

Ich durchkämmte also das Repertoire der mir zur Verfügung stehenden Lösungsstrategien und entschied mich zunächst für die naheliegendste und meist erprobte: Whiskey und Zigaretten.

Auf nach Sumatra

Selbst mein alter Freund, diese klassische Methode aus selbst mitleidigen Alkoholismus und Hedonismus wollte nicht so recht funktionieren. Ich brauchte dringend eine Veränderung der Situation.

Mir fiel wieder ein, dass ich während meiner ersten Asienreise eigentlich auch vorhatte Indonesien zu besuchen. Ein Unfall kurz vor dem Flug und heftige Waldbrände hatten das aber verhindert. Als ich bei meiner erneuten Recherche auf Bilder von Orang-Utans in Sumatra stieß, war klar was ich tun würde.

Ich fliege also nach Sumatra.

Die Toilette des Schicksals

Die ersten Tage verbringe ich in Medan. Zunächst bin ich überwältigt von der Spontanität meiner Planänderung und all den neuen Eindrücken. So überwältigt, dass ich in meinem Hostel vergesse die Toilette abzuschließen. Dieser kleine Fehler sollte einen gewaltigen Einfluss auf meine weitere Reise haben.

Als ich gerade auf der Toilette sitze, mich dem dort zu verrichtenden Geschäft und meinen Gedanken widme, knallt plötzlich die Tür an meine Kniescheiben. Nach einem kurzen Moment des Schocks und Schmerzes bemerke ich Sebastian. Er schaut mich mit einer Mischung aus Verdutzen, Interesse und Ekel an.

Als wir uns das nächste Mal in der Gemeinschaftsküche des Hostels sehen, verwickelt er mich in ein Gespräch. Ich war interessiert an meiner Art zu Reisen und erzählte von seinem Haus in Balige. Ich sollte ihn unbedingt einmal besuchen, wenn ich mit dem Motorrad an den Lake Toba möchte.
Schlussendlich kaufte er mir sogar mein Tablet ab, dass ich mir fälschlicherweise zwecks Blogging zugelegt hatte. (Dummerweise sind auch heute noch Tablets ungeeignet zum Arbeiten mit WordPress)
Die einzige Bedingung war, dass ich ihn besuchen würde.

Zwischenstopp und Zweifel

Ich wollte noch ein paar Tage in Medan bleiben, um mir ein Motorrad zu organisieren. Campte aber zunächst auf dem Flur des Hostels. Das Essen, in der Shoppingmall, war anscheinend nicht allzu gut. Ich musste meine gemütliche Kapsel gegen einen Sitzsack in direkter Nähe zur Toilette tauschen.
Als ich von Magenkrämpfen geplagt vor meinem Hostel sitze und blauen Dunst in die vom Regen zerschnittene Luft blase, kommen mir Zweifel an meinem neuen Plan. War es tatsächlich eine gute Idee mitten in der Regenzeit eine Motorradtour durch Sumatra machen?

Meiner eigenen Umnachtung und Sprunghaftigkeit bewusst, entschied ich zunächst nach Bukit Lawang zu fahren. Der Dschungel und die Begegnung mit Orang-Utans würde mir guttun. Außerdem konnte ich mir so erst mal einen Eindruck der klimatischen Bedingungen verschaffen.

Auf nach Balige

Nachdem ich mich in Bukit Lawang erholt hatte, rief ich Sebastian an. Mir war nun klar, dass ich ein Motorrad brauche. Er versprach mir, mir damit zu helfen und so machte ich mich auf den Weg.

Fortsetzung folgt…

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