Routenplanung

Du fragst Dich wie Du Deine Tour planen solltest? Wie Du Orte findest die Dich wirklich interessieren? Wie Du immer einen Campingplatz findest und wie Du Routen bewältigen kannst die laut Maps unmöglich scheinen? Ich verbringe auf meinen Touren die Hälfte der Zeit mit campen, habe schon an den unglaublichsten Orten geschlafen und so manche Male Lagunen und Seen mit dem Boot überquert. Ich erkläre Dir gerne wie ich meine Routen plane.
Mexiko-Karte zur Routenplanung
  1. Planung ist das A und O?
  2. Die besten Tools zur Routenplanung.
    1. Die Straßenkarte, ein Klassiker
    2. Apps zur Routenplanung
      1. I-Overlander
      2. OpenStreetMap vs. GoogleMaps
  3. GoogleMaps richtig nutzen
    1. Distanzen und Fahrtzeiten
    2. Kurven und Höhen
    3. Seen, Lagunen und Flüsse
    4. Den perfekten Campspot finden

Planung ist das A und O?

Jaein, natürlich gehört ein bisschen Planung immer dazu und Du solltest  eine grobe Idee haben, was Du vorhast. Ich habe mich allerdings noch nie an einen vorgefertigten Plan gehalten.
Meine besten Erlebnisse hatte ich meistens genau dann, wenn ich  vom ursprünglichen Plan abgewichen bin.
Natürlich kannst Du Deine Tour von Beginn an durchplanen und Dich strikt daran halten, aber ich verspreche Dir, Du wirst viel verpassen. Du kennst das Land, in dem Du sein wirst ja noch überhaupt nicht, wie willst Du denn vorab festlegen, was Du alles sehen möchtest?
Meistens erfahre ich von den wirklich tollen Orten ohnehin erst unterwegs. Entweder von anderen Reisenden oder Einheimischen. Sie erzählen mir, was sie besonders schön finden. Das sind genau diese Geheimtipps, die ich gern einfließen lasse und die meine ursprüngliche Routenplanung manchmal komplett auf den Kopf stellen.
Manchmal schaue ich auch auf die Karte und sage mir einfach „Ich habe Lust auf Meer. Ich versuche die nächsten drei Tage so nahe an der Küste zu fahren, wie es nur irgendwie geht.“

Hast Du „Wie kaufe ich ein Motorrad in Mexiko?“ gelesen?
Darin erzähle ich kurz, dass ich ursprünglich plante nach Panama zu fahren. Schlussendlich aber ein halbes Jahr in Mexiko verbrachte und dann nur noch dazu kam, Guatemala und Belize zu besuchen.
Anstatt von Yukatan Richtung Süden zu starten, bin ich in den Norden gefahren und habe einen kleinen Umweg von 5000 Kilometern eingelegt. Dabei habe ich die tollsten Orte entdeckt!
Kristallklare Flüsse die von heißen Quellen gespeist werden, Schlossruinen in einer Pracht wie sie in Europa kaum zu finden sind und mehr als 60 Millionen Schmetterlinge auf einem Gelände von wenigen Hektar. Meinen 28. Geburtstag habe ich in der Bauruine einer Luxusanlage am Strand verbracht.
Plane also besser nicht zu viel oder sei zumindest offen dafür Deine Routenplanung zu verwerfen.

Die besten Tools zur Routenplanung

 Unterwegs verwende ich eine Kombination aus einer klassischen Straßenkarte und mehreren Apps.

Die Straßenkarte, ein Klassiker

Ja auch 2020 ist die klassische Straßenkarte noch immer ein unentbehrliches Mittel zur Routenplanung. Sie gibt Dir einen groben Überblick. Wirklich große Gebiete auf dem Display eines Smartphones zu überblicken ist schier unmöglich. Die meisten Straßen und Wege werden bei Maps und Co. ab einem gewissen Zoomlevel ausgeblendet. Dafür ist die Karte aber natürlich nicht so detailreich, wie digitale Karten. Nutze Sie, um eine erste Idee zu bekommen.

Apps zur Routenplanung

Neben der Karte verwende ich also auch noch mehrere Apps. Manche sind an bestimmte Orte und Reisearten gebunden, andere sind universell einsetzbar. Lokal gebundene Apps wie z.B. „Travelmate“ für Australien, sind oft besonders detailreich in Bezug auf die jeweilige Region. Ein genauerer Blick zur Verfügbarkeit dieser Apps kann sich also lohnen.
International kannst du auf Maps wie I-Overlander oder die bekannten Maps setzten.

I-Overlander

I-Overlander ist eine App von und für Menschen die mit dem eigenen Fahrzeug reisen, Overlander eben. Hier kann jede/r offizielle und inoffizielle Campingplätze, Wasserresourcen, Straßensperrungen und Warnungen eintragen. Bei den Campingplätzen findest Du meist noch Informationen zu sanitären Einrichtungen, Ressourcen wie Wasser und Strom, Erreichbarkeit und Unterkunftsmöglichkeiten. Die meisten Overlander sind mit dem Auto unterwegs. Daher fehlen manchmal Informationen zum Thema Zelten.  
Ich verwende die App ab und an um mal hereinzuschauen und habe auch schon den ein oder anderen Ort eingetragen. Bevor Du einen Ort teilst, solltest Du aaber Rücksprache mit den Locals halten.
Es gibt manche Geheimtipps, die Geheimtipps bleiben sollten.
Ich habe schon so manche Neuseeländer getroffen die ordentlich am Kotzen waren, dass Ihr geliebter Treffpunkt nun von Deutschen überrannt wurde.

OpenStreetMaps vs. GoogleMaps

Zu Beginn habe  ich versucht nur auf OpenStreetMap zu setzen. Den alten Datenkraken Google zu sehr zu füttern, wollte ich eigentlich gerne vermeiden.
Mit der Zeit habe ich aber resigniert, MapsMe ist oft einfach nicht detailreich genug.
Seitdem auch eine Offlinenutzung von GoogleMaps möglich ist, verwende ich Mapsme kaum noch. Nur in Deutschland oder um Orte einzutragen, weil andere Backpacker oft Mapsme nutzen.
Ich setze hauptsächlich auf GoogleMaps. Diese Karten sind, so Leid es mir tut, an Detailreichtum einfach nicht zu übertreffen.
Die Möglichkeit auf Satellitenbilder und Geländeinformationen zurückzugreifen ist für mich unterwegs unerlässlich geworden. 

GoogleMaps richtig nutzen

Wenn Du weißt, wie Du GoogleMaps richtig verwendest, wird es schnell zu Deinem besten Freund unterwegs. Du wirst Deine Routen genau planen können und immer einen Campingplatz finden. Du wirst Routen nutzen, die eigentlich unmöglich erscheinen.

Distanzen und Fahrtzeiten

Generell sind Distanzen von 100- 200km an einem Tag gut zu bewältigen. Ich habe auch schon Strecken von 300km als Tagesrouten gewählt, versuche das aber gern zu vermeiden. Das Tue ich generell nur, wenn ich unter Zeitdruck ein entferntes Ziel erreichen will.
100 – 150km sind die ideale Distanz für einen Tag. Mit Maps kannst Du nicht nur die genaue Anzahl an Kilometern feststellen, sondern auch ungefähr die ungefähre Fahrzeit kalkulieren.
Die Angaben für die Route kannst Du dabei komplett vergessen. Der Algorithmus wurde hauptsächlich in und für Industrieländer entwickelt. Bist Du irgendwo im Hinterland unterwegs, kannst Du bei 3 Stunden angegebener Fahrzeit gern mit 5 Stunden oder mehr rechnen. Die Straßenbedingungen und die Geländeart haben einen erheblichen Einfluss.

Kurven und Höhen

Um bei der Planung der Route die zu erwartende Fahrzeit zu kalkulieren, solltest Du Dir die Strecke im Detail ansehen. Schaue Dir an wie kurvenreich die Strecke ist, wie eng diese Kurven sind und achte auf die Geländedaten. 100 km auf flachen Land und 100 Km in den Bergen sind nicht zu vergleichen. Die Straßenbedingungen kannst Du dabei leider nicht einsehen. Du solltest bei kleinen Straßen und Straßen in abgelegenen Gebieten aber generell mit eher schlechten Bedingungen rechnen. Schotter, Dirtroads und Schlaglöcher gehören hier oft dazu.

  • Routenplanung GoogleMaps



In Mexiko hatte ich mir eine Strecke nicht genau angeschaut und nur auf die Km geachtet.
„136 km, das sollte ich locker in 3 bis 5 Stunden schaffen“.
Am Ende fand ich mich auf einer Schotterpiste in Bergen wieder und konnte gerade einmal die Hälfte der angesetzten Strecke bewältigen. Dunkelheit, Nebel und die „Straßen“-Bedingungen zwangen mich irgendwann meine Fahrt zu unterbrechen. Als ich mich schon in einer Folie einwickeln und an den Wegesrand legen wollte, fand ich zum Glück ein Dorf und jemanden der mich in seiner Garage schlafen ließ. Witziger weise war das in der Nacht vom 23. Auf 24.12. und der Mann der mich in sein Haus aufnahm, war überzeugter Christ. Für ihn war das eine Art Wunder.

Seen, Lagunen und Flüsse

Lass Dich von Lagunen, Seen und Flüssen nicht von Deiner Route abbringen. Wenn auf beiden Seiten des „Hindernisses“ eine Straße endet und sich ein Ort  befindet, kannst Du sicher sein, dass es  eine direkte Verbindung gibt. Diese zwei Dörfer werden miteinander kommunizieren und sie werden nicht jedes Mal den langen Weg um den See herum in Kauf nehmen.
Ich habe schon mehrfach meine Reisemotorräder auf Boote gehoben und für einen kleinen Obolus konnte ich das „Hindernis“ überqueren.
In Mexiko begleitete mich ein Freund für mehrere Monate. Als ich ihm das erste Mal eine Strecke vorschlug, die durch einen See unterbrochen war, wollte er mir nicht glauben, dass dies kein Problem werden würde. Wir haben gewettet und er hat am Abend das Bier bezahlt. Nach dieser Erfahrung haben wir noch 7 mal zusammen ein Wasserhindernis auf diese Weise überquert.

  • Routenplanung, kein Problem
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  • Motorrad auf Boot

Campingspots finden

Ich nutze Googlemaps auch, um Campingplätze zu finden. Hierbei sind Satellitenbilder Dein bester Freund. Ich habe schon an unglaublichen Orten geschlafen. Traumhafte Seen, Lagunen, einsame Strände und Ruinen.

Um einen Campingplatz zu finden, schaue ich mir die Satellitenbilder genau an. Wo führt  eine Straße an den Strand oder möglichst nah? Sind dort Häuser in der direkten Umgebung? Lässt sich ein Weg erkennen, der von den Häusern weg fährt? Welche Hindernisse liegen zwischen mir und dem ausgesuchten Ort? Schneiden mich vll. Bäume vom ausgesuchten Ort ab oder sind es nur Gräser und Büsche? Mit diesen Kriterien findest  Du in der Regel einen guten Spot. Leider ist es nicht möglich alle Hindernisse auf den Satellitenbildern zu sehen. Zäune und kleine Gräben sind in der Regel nicht sichtbar. Aus diesem Grund suche ich mir drei potenzielle Plätze heraus. Einer funktioniert dann in der Regel.
Die Methode funktioniert auch um „Lost Places“ zu finden.

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